VDDH e.V.
Verein Der Deutschen Hundebesitzer
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Hier finden Sie einige Infos zur 1. Hilfe am Hund!

Das ist ein leitfaden für gewisse Symptome die ein Hund Plötzlich aufweisen kann. Viele Symptome lassen sich schon früh erkennen durch ein neuartiges Verhalten des Hundes was Ihnen bis dato nicht aufgefallen ist. Er ist plötzlich ruhig oder macht dinge die er nie gemacht hat.
Dem Hundebesitzer der Tag und Nacht mit seinen Hund zusammen ist und lebt fällt es natürlich immer am schnellsten auf, und da ist meistens handeln angesagt.

Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte immer sofort an Ihren Tierarzt!

 

Allgemein

Puls:
Hund auf die Seite legen. An der Innenseite des Oberschenkels die Arterie suchen im Schenkelspalt (fühlt sich ähnlich an wie eine Sehne), 15 sec zählen und mit 4 multiplizieren.
Der Normalwert ist 80 - 120 (Welpen und kleine Hunde im oberem Bereich).

Atmung:
Auf Heben und Senken des Brustkorbes achten aber nicht beim Hecheln!
Halbe Minute zählen und mit 2 multiplizieren.
Der Normalwert ist 20 - 50 (kleine Hunde und Welpen eher im oberem Bereich).

Temperatur:
Nur mit Fieberthermometer rektal messbar.
Normalwerte: 38 - 39°C (Welpen und kleine Hunde im oberem Bereich)
Bei Körperlicher Anstrengung steigen die Werte!

Kreislaufkontrolle:
Lid nach unten ziehen und Farbe der Bindehaut beurteilen, diese sind normal Rosa. Sind sie jedoch Dunkelrot, dann hat der Hund einen höheren Blutdruck „bei vielen Hunden chron. Bindehautentzündung“. Bei Blässe ist es ein niedriger Blutdruck.

Maul öffnen und kapillare Füllungszeit (KFZ) beurteilen.
Mit den Finger auf das Zahnfleisch drücken *entfärbt sich* Sekunden zählen bis es wieder normal ist. Ca.2- 3 Sec sollte es wieder normal sein.
Zu schnell: niedriger Blutdruck
Zu langsam: hoher Blutdruck

Hausapotheke / Erste Hilfe-Koffer

  1. Borwasser oder 0,9% Kochsalzlösung zum Augenausspülen
  2. spezielle Medikamente nur nach Absprache mit TA
  3. Leine und Halsband für fremde Hunde
  4. Wasserstoffperoxid 3%ige Lösung
  5. Band/Binde -> Fang zubinden
  6. Sterile Wundkompressen
  7. Wärmflasche/Kühlkissen
  8. Taschenlampe
  9. Pinzette
  10. Fieberthermometer
  11. Holz-Stab für Aderpresse
  12. Zeitung (Beinschiene)
  13. Zeckenzange
  14. Wundsalbe
  15. elastische Binden
  16. Decke
  17. Klebeband
  18. Mullbinden
  19. Verbandswatte
  20. Staubinde
  21. Schere


Schock
Dieses kann ein lebensbedrohlicher Zustand sein. Sollte dieses Erkannt sein dann muss dieses vorrangig Behandelt werden, es sollte dann an erster Stelle stehen.

Was ist ein Schock?
Schwerwiegende Störung des Blutkreislaufes, wichtige Organe werden nicht mehr ausreichend durchblutet *Lebensbedrohlich*

Ursachen:
- Blutverluste ( innere Blutungen, äußere Verletzungen)
- Verlust von Blutflüssigkeit (Serum) bei Vergiftungen möglich
- Großflächige Hautdefekte und Verbrennungen schwitzen große Mengen an Serum
heraus
- Schwere allergische Reaktionen z.B. Insektenstiche, eiweißhaltige Medikamente
(Impfstoffe) u.a. Substanzen (= anaphylaktischer Schock)
- Gehirnfunktionsstörungen z.B. Schädelverletzungen oder Vergiftungen
- Starke Schmerzen
- Extreme psychische Belastungen (Unfälle , Beißereien)

Erkennung:
 - Abwesend, geschwächt, unsicher, taumelnd,  zusammen brechen und bewusstlos, Häufiges zittern (Hund friert!)
- Ohren, Pfoten und Schwanzspitze sind kühl
- Atmung ist flach und beschleunigt
- Schleimhäute sind blass
- Herzschlag ist beschleunigt bis 150-200/min

Erste Hilfe beim Schock:
Hund auf die rechte Seite legen und den Kopf strecken und dafür sorgen, dass er gut atmen kann (Fang öffnen, Zunge hervorziehen ggf.)
- Hinterteil hoch legen
- Wärmflasche vor den Bauch legen
- Starke Blutungen stillen
- Hund in Decke wickeln und zum Tierarzt fahren

Kopffixation:

Im Stehen fixieren. Hand unter den Hals und Bauch halten und an sich ran ziehen
Im Liegen. Dann auf die gesunde Seite legen und die unteren Beine halten. Den Hund dann über den Gelenken tragen – unter Bauch und Hals (oder Po).
Schwer verletzte Tiere nur auf eine Decke transportieren.
Bei KL-Schock den Kopf tief, Hinterteil hoch.
Bei Atemnot den Kopf hoch lagern.

Kleinere Verletzungen der Haut:
-Säubern / scheren
-Reinigen (Wasserstoffperoxid)
-Wundsalbe/Wundspray
wenn am Auge/Ohr - Vorsicht kein Wasserstoffperoxid ins Auge / Ohr
Verletzungen der Augenlider : Kratzen verhindern und zum TA fahren

Schürfverletzungen:
-Kratzen und Lecken verhindern
-sterile Wundkompressen mit Wasserstoffperoxid damit Wunde nicht austrocknet
-Verband
-(TA) evtl.

Stichverletzungen und Schussverletzungen:
- Oft innere Verletzungen
- Große Infektionsgefahr
- Sterile Wundkompresse / Verband drauf und zum TA

Schnitt und Riss-Verletzungen:
- Auf ersten Blick nicht sichtbar ob tiefere Strukturen betroffen sind
- Nicht mit Wundspray oder Desinfektionsmittel behandeln, da es evtl. genäht werden muss - Schnell zum TA
- Bei starken Blutungen Druckverband anlegen, evtl. Staubinde anlegen an Stelle mit vielen Muskeln nicht an Sehnen!
(Achillessehne) einige cm über Wunde herzwärts
- alle 1/4 Stunde lösen für 1-2 Minuten

Anlegen eines Druckverbandes:
- Nur wenn kein Fremdkörper in der Wunde ist
- Sterile Abdeckung
- Aufgerollte Mullbinde oder Taschentücher draufdrücken und mit Binde fixieren nur so stark, dass es nicht durchblutet.
- wenn Blutung nicht gestoppt, dann noch mal straffer wickeln.
   - Bei Schwellung lockern, massieren herzwärts, vorsichtig laufen.

Anlegen einer Aderpresse:
- Immer herzwärts einige cm über Wunde
- Breite Binde, Krawatte o.ä. verwenden keinen Strick oder Draht!
- 2-3-mal Bein umwickeln, Holz- Stab mit einwickeln Holzstück drehen bis Blutung gestillt ist und schnell zum Tierarzt fahren
- nur an Extremitäten anlegen Vorsicht bei Achillessehne!

Biss-Verletzungen:
Meist Quetschungen von Muskeln und Knochenhaut was man nicht sieht
- Ist infizierte Wunde
- Tollwutimpfung vorhanden?
- Tierarzt kontrolle ist immer angeraten,  auch bei kleineren Wunden. Denn durch Schütteln kann sich die Haut unter der Biss stelle großflächig lösen "Infektionsgefahr". Eine Drainage ist da schnell nötig. Ein Eisbeutel sollte dann zur Schmerzstillung, Begrenzung von Schwellungen und Blutergüssen verwendet werden.

Verletzungen mit Fremdkörper:
- Kleinere mit Pinzette entfernen
- Größere in Wunde lassen weil es können schlimme Blutungen Folgen vom Herausziehen des Fremtkörpers (Fremtkörper verschließt oft Blutgefäße beim eindringen)
- Tierarzt erfährt durch Lage und Form wichtige Infos zu betroffenen Geweben
- Verband anlegen, wenn nötig so, dass der Fremtkörper nicht drückt
- Wasserstoffperoxid drauf

Verletzungen an den Pfoten:

Es sind oft starke Blutungen ohne lebensbedrohende Zustände und fallen meistens erst später zu Hause auf da der Hund sie vorab meistens schon ableckt.
- Lecken verhindern
- Gut gepolsterten Pfoten verband anlegen
- Zwischen den Ballen sind Schweißdrüsen!
- Lockere Krallenteile mit schnellem Ruck entfernen
- Wasserstoffperoxid drauf
- Sterile Wundkompressen drauf